ShareWood Switzerland AG: BaFin untersagt den Vertrieb in Deutschland

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Waldinvestment der ShareWood Switzerland AG – Ansprüche der Anleger

Die ShareWood Switzerland AG wirbt für ihre Waldinvestments vor allem mit Nachhaltigkeit:

„Als Schweizer Unternehmensgruppe leistet ShareWood in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern und Plantagen Pionierarbeit. Immer mit dem Anspruch: ‚Profit & Nature in Harmony‘.“

Die BaFin hat am 14. Mai 2019 das öffentliche Angebot dieser Vermögensanlagen wegen Verstoßes gegen das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) untersagt. Die Untersagung erfolgte, weil die ShareWood Switzerland AG keine von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekte für diese Vermögensanlagen veröffentlicht hat, die die nach dem VermAnlG erforderlichen Angaben enthalten.

Das Geschäftsmodell besteht darin, dass Investoren Baumbestände in Brasilien erwerben sollten. Unter der Annahme steigender Preise für Holz soll so laut Werbung der ShareWood eine sehr hohe Rendite von 6 bis 9 % ermöglicht werden. Dabei liegt eine Holzpreissteigerung von 2,5 % zugrunde.

Nach Angaben des Finanznachrichtendienstes gomopa.net sollen ca. 2.300 Anleger von der ShareWood Balsa-Bäume für 12 Millionen Euro gekauft haben. Allerdings soll es zu einem Preisverfall bei Holz gekommen sein, sodass ein Verkauf dieser Bäume nicht wirtschaftlich war.

Verstoß gegen Prospektpflicht und Untersagung des Vertriebs in Deutschland

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) ist nach einer Prüfung des Investitionsmodells zu dem Schluss gekommen, dass das Produkt dem Vermögensanlagengesetz unterfällt. Damit besteht eine Prospektpflicht nach § 1 Abs. 2 i. V. m. § 6 VermAnlG.

Dieser Prospektpflicht konnte oder wollte die ShareWood nicht nachkommen, weshalb die BaFin dazu gezwungen war, den Vertrieb dieser Anlageform in Deutschland durch Bescheid zu verbieten. Danach darf die ShareWood Switzerland AG keine Vermögensanlagen in Form von Direktinvestments in Teak-, Eukalyptus-und Balsa-Bäume in Deutschland zum Erwerb anbieten.

Möglicher Anspruch auf Rückabwicklung gegen die ShareWood Switzerland AG

Aufgrund der Entscheidung der BaFin haben Investoren nun unter Umständen die Möglichkeit, Ihr Investment rückgängig zu machen. Der Investor kann, wenn ein Verkaufsprospekt nicht veröffentlicht wurde, vom Emittenten die Übernahme der Vermögensanlagen gegen Erstattung des Erwerbspreises verlangen (§ 21 VermAnlG). Damit müsste die gesamte Investition zurückgezahlt werden.

Mögliche Ansprüche gegen Berater und Vermittler

Aufgrund der Werbeaussagen könnten auch Ansprüche gegen Berater und Vermittler bestehen, wenn diese Anlageform beispielsweise als sicher und risikolos dargestellt worden sein soll. Möglicherweise bestehen auch Fehler in den Werbeaussagen, weil die Renditeprognose zu hoch gewesen sein könnten.

Wir prüfen Ihre Ansprüche gegen die Sharewood Switzerland AG

Gerne prüfen wir für Sie rechtliche Möglichkeiten, Ihre Investition aufgrund des Verstoßes gegen die Prospektpflicht rückgängig zu machen oder gegen Fehlberatungen beteiligter Vermittler vorzugehen.