Untreue

korruptionDen objektiven Tatbestand der Untreue verwirklicht, wer eine ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen zu betreuen (Vermögensbetreuungspflicht), durch ein wirksames Rechtsgeschäft (Missbrauch) oder in sonstiger Weise (Treubruch) verletzt und dadurch dem Inhaber des betreffenden Vermögens einen Vermögensnachteil zufügt.


§ 266 Strafgesetzbuch lautet wie folgt:

(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247, 248a und 263 Abs. 3 gelten entsprechend.


 

Verschiedene Erscheinungsformen der Untreue

Privater Sektor (Unternehmen)

Strafbare Untreue tritt überwiegend im Sektor der privaten Wirtschaft und zumeist zum Nachteil von Unternehmen auf. In Unternehmen gibt es viele Personen, die im Auftrag und im Namen des Unternehmens agieren und denen entsprechende Vermögenswerte anvertraut sind, so etwa Vorstände und Geschäftsführer aber auch andere Angestellte mit Zugriff auf das Vermögen des Unternehmens.

Öffentlicher Sektor

Strafbare Untreue tritt auch im öffentlichen Bereich auf. Unter anderem ist dies der Fall, wenn Beamte oder Bedienstete des öffentlichen Dienstes die ihnen verliehenen amtlichen Befugnisse oder die ihnen gegebene Vertrauensstellung zu ihrem eigenen vermögensmäßigen Vorteil missbrauchen. Darüber hinaus kommt es auch vor, dass Angestellte von Nichtregierungsorganisationen oder etwa wohltätigen Vereinen staatlicherseits gewährte Gelder zu sachfremden Zwecken veruntreuen.

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