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Finanzkonten mit US-Bezug werden zukünftig gemeldet

Finanzkonten mit US-Bezug werden zukünftig gemeldet

Posted on September 8, 2014 by in Bankrecht, Compliance, Internationales Recht, Öffentliches Recht, Steuerrecht, Verwaltungsrecht with no comments

Im Rahmen des FATCA („Foreign Account Tax Compliance Act“), einem 2010 in Kraft getretenen US-Gesetzes, sind deutsche Finanzinstitute zukünftig verpflichtet, Finanzkonten mit einem Bezug zu den USA an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu melden. Ziel des US-Gesetzgebers ist es zu verhindern, dass in den USA Steuerpflichtige Gelder in ausländische Steueroasen transferieren.

FATCA-Abkommen zwischen USA und BRD

Die Bundesrepublik Deutschland und die USA haben sich im sog. FATCA-Abkommen darauf geeignet, durch gegenseitigen Informationsaustausche eine effektive Besteuerung sicherzustellen, wie das BZSt mitteilt. Die Umsetzung erfolgt durch die FATCA-USA-UmsV (FATCA-USA-Umsetzungsverordnung). 

Meldung an das BZSt

Die deutschen Finanzinstitute sind verpflichtet, sich bei der US-Bundessteuerbehörde, dem Internal Revenue Service (IRS) zu registrieren und die meldepflichtigen Daten an das BZSt zu geben. Dieses leitet die Daten an den IRS weiter.

Welche Daten werden an die USA übermittelt?

Die Umsetzungsverordnung weist eine zeitliche Staffelung für die Jahre 2014, 2015 und 2016 auf.

Die deutschen Finanzinstitute müssen im Jahr 2014 folgende Daten an den IRS melden:

– Name, Anschrift und US-amerikanische Steueridentifikationsnummer -,

– Kontonummer -,

– Name und Identifikationsnummer des meldenden deutschen Finanzinstituts -,

– Kontostand oder -wert zum Ende des betreffenden Kalenderjahres, oder – bei Auflösung eines Kontos im Laufe des Kalenderjahres – zum Zeitpunkt der Kontoauflösung.

Ab dem Jahr 2015 erweitern sich die Meldepflichten um die folgenden Positionen:

– Bei Verwahrkonten jeweils der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, der Dividenden und anderer Einkünfte, die mittels der Vermögenswerte dieses Kontos erzielt und diesem gutgeschrieben wurden.

Ab 2016:

– Bei Verwahrkonten die Gesamtbruttoerlöse aus der Veräußerung oder dem Rückkauf von Vermögensgegenständen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutsgeschrieben wurden und für die das Finanzinstitut als Verwahrstelle, Makler, Bevollmächtigter oder anderweitig als Vertreter für den Kontoinhaber tätig war.

– Bei Einlagekonten der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurden.

– Bei allen anderen Konten der Gesamtbruttobetrag, der in Bezug auf das Konto an den Kontoinhaber gezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde und für den das meldende deutsche Finanzinstitut Schuldner ist. Die Gesamthöhe aller im Meldezeitraum geleisteten Einlösungsbeträge ist einzuschließen.

Gegenseitiger Austausch

Im Rahmen des gegenseitigen Austausches, der vereinbart wurde, nimmt das BZSt die von dem IRS gemeldeten Daten entgegen und leitet diese an die Landesfinanzverwaltungen zur Durchführung der Besteuerungsverfahren weiter.